Impuls vom Mittwoch, 9. September 2026
ZWISCHEN ZWEI LORBEERBÄUMEN Gorgonius von Rom – ein Name, fast vergessen
Manchmal bleibt von einem Leben nur ein Ort.
Gorgonius war ein Christ im Rom des frühen 4. Jahrhunderts. Er starb um 305 – in einer Zeit, in der der eigene Glaube das Leben kosten konnte. Überliefert ist vor allem, wo er begraben wurde: in einem Friedhof namens 'Zwischen zwei Lorbeerbäumen', an der Via Labicana. Kein großes Werk, keine langen Schriften – nur ein Name auf einem alten Grabstein, der Jahrhunderte überlebt hat.
Es ist seltsam, wie wenig von einem Menschen bleibt – und wie viel das trotzdem sagen kann. Gorgonius hat nichts Spektakuläres hinterlassen, keinen Bestseller, keine Statue auf einem Platz. Trotzdem erinnern sich Menschen noch heute an ihn. Vielleicht liegt der Punkt nicht darin, was du hinterlässt – sondern wie du lebst, solange du hier bist.
Ein Satz aus dem Buch der Weisheit trifft das heute erstaunlich gut:
Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, keine Qual kann sie berühren.
Weisheit 3,1 · Luther 1912
Ob du glaubst oder nicht – der Gedanke hat etwas: Dass ein Leben zählt, auch wenn die Welt kaum davon Notiz nimmt.
Alle schließen die Augen. 30 Sekunden absolute Stille. Jeder denkt an eine einzige Sache, für die er heute dankbar ist – etwas Konkretes, kein Konzept. Wer möchte, sagt danach ein Wort laut. Nur ein Wort, kein Satz. Gorgonius ist fast nichts geblieben außer einem Ort – diese Sekunde erinnert daran, was dir gerade wirklich etwas bedeutet.